„Tolles Team.“ „Flache Hierarchien.“ „Attraktive Vergütung.“ „Flexible Arbeitszeiten.“ „Familiäres Betriebsklima.“
Kommt Ihnen das bekannt vor? Vermutlich nicht nur aus einer Stellenanzeige.
Wer heute nach einem neuen Job sucht, liest möglicherweise Dutzende Stellenanzeigen. Und irgendwann klingt ein Arbeitgeber wie der andere. Alle haben ein tolles Team. Alle bieten Entwicklungsmöglichkeiten. Alle haben ein gutes Betriebsklima. Selbst der obligatorische Obstkorb hat inzwischen Gesellschaft vom JobRad bekommen.
Das Problem ist nicht, dass diese Dinge unwichtig wären. Das Problem ist: Sie sagen kaum etwas darüber aus, wie es sich tatsächlich anfühlt, in diesem Unternehmen zu arbeiten.
Die Konkurrenz ist kein guter Textratgeber
Wenn eine neue Stellenanzeige geschrieben werden soll, liegt ein Vorgehen nahe: Erst einmal schauen, was die anderen machen. Welche Benefits nennen sie? Wie formulieren sie ihre Anzeigen? Was davon könnten wir übernehmen?
Genau hier beginnt die Austauschbarkeit.
Denn Bewerber vergleichen Ihre Stellenanzeige mit vielen anderen. Wenn überall dieselben Versprechen stehen, bleibt wenig hängen. Im schlimmsten Fall reduziert sich die Entscheidung auf die wenigen Unterschiede, die noch klar erkennbar sind, wie zum Beispiel das Gehalt oder die Entfernung zum Arbeitsplatz.
Dabei könnte Ihr Unternehmen etwas bieten, das für genau den richtigen Bewerber viel wichtiger wäre. Nur erfährt er nichts davon.
Vielleicht weiß die Mitarbeiterin, dass sie morgens ihr Kind in die Kita bringen kann, ohne jedes Mal um Erlaubnis bitten zu müssen. Vielleicht kennt der Chef nicht nur die Namen seiner Mitarbeiter, sondern weiß auch, was sie gerade beschäftigt. Vielleicht wird ein Fehler nicht zum Anlass für Schuldzuweisungen, sondern gemeinsam gelöst. Vielleicht hat der heutige Abteilungsleiter vor zwölf Jahren als Azubi angefangen. Oder die Kollegen springen tatsächlich füreinander ein, wenn es darauf ankommt.
Das sind keine Benefits aus einer Liste. Das sind Gründe, warum Menschen bleiben.
Was heißt eigentlich „familiäres Betriebsklima“?
Nehmen wir einen der beliebtesten Begriffe: familiäres Betriebsklima. Was bedeutet das?
Für das eine Unternehmen vielleicht, dass alle zusammen grillen. Für ein anderes, dass der Geschäftsführer einspringt, wenn irgendwo Not am Mann ist. In einem dritten Unternehmen bedeutet es, dass Kollegen füreinander Verantwortung übernehmen und auch nach Feierabend noch miteinander befreundet sind.
Erst das konkrete Beispiel erzeugt ein Bild. Wenn ein Mitarbeiter sagt: „Das hier ist meine zweite Familie. Ich verbringe einen großen Teil meines Tages hier und fühle mich einfach wohl“, steckt darin viel mehr als in der Formulierung „familiäres Betriebsklima“.
Natürlich gehört nicht jedes Mitarbeiterzitat eins zu eins in eine Stellenanzeige. Aber genau solche Aussagen helfen dabei zu verstehen, was diesen Arbeitgeber tatsächlich ausmacht. Das ist der Stoff, aus dem eine glaubwürdige Arbeitgebermarke entsteht.
Die besten Antworten kennen Ihre Mitarbeiter
Wenn ich mit Unternehmen an ihrer Arbeitgebermarke arbeite, interessiert mich ganz besonders die Sicht der Mitarbeiter. Warum arbeiten Sie gerne hier, und warum sind Sie geblieben? Was würden Sie einem guten Freund erzählen, der überlegt, sich hier zu bewerben? Was funktioniert hier anders als bei früheren Arbeitgebern? Was sollte ein neuer Kollege unbedingt über dieses Unternehmen wissen?
Mit solchen und ähnlichen Fragen kommen häufig Dinge zum Vorschein, die intern längst selbstverständlich geworden sind. Und genau darin liegt die Gefahr: Was für die eigenen Mitarbeiter Alltag ist, wird nach außen oft gar nicht mehr erwähnt. Dabei könnte genau diese vermeintliche Selbstverständlichkeit für einen Bewerber den entscheidenden Unterschied machen.
Eine Arbeitgebermarke wird nicht am Schreibtisch erfunden
Deshalb beziehe ich in meinen Employer-Branding-Workshops die Mitarbeiter bewusst mit ein. Sie kennen den Arbeitsalltag. Sie wissen, welche Versprechen tatsächlich eingelöst werden. Und sie können sehr genau beschreiben, was ihnen an ihrem Arbeitgeber wichtig ist.
Dabei geht es nicht darum, gemeinsam möglichst schöne Werbesätze zu erfinden. Im Gegenteil. Wir suchen nach dem, was bereits da ist und dieses Unternehmen als Arbeitgeber unterscheidet. Nach dem, was das Wir-Gefühl ausmacht. Daraus entwickeln wir die Arbeitgeberpositionierung, die zentralen Botschaften und anschließend die Kommunikation für Karriereseite, Stellenanzeigen und Bewerberansprache.
Das hat noch einen zweiten Effekt: Eine Arbeitgebermarke, an der Mitarbeiter selbst mitgewirkt haben, wird nicht einfach von oben übergestülpt. Sie können sich darin wiederfinden und im besten Fall sagen: „Ja. Genau so ist es bei uns. Ich bin stolz auf meinen Arbeitgeber.“
Erst herausfinden, was besonders ist, dann darüber sprechen
Eine gute Stellenanzeige beginnt deshalb für mich nicht mit der Frage: Was schreiben die anderen? Sondern mit einer ganz anderen: Warum arbeiten Menschen gerne bei uns? Und warum bleiben sie?
Wenn Sie darauf nur mit „tolles Team“, „flache Hierarchien“ und „familiäres Betriebsklima“ antworten können, lohnt es sich, noch einmal genauer hinzuschauen. Denn Ihre besten Argumente als Arbeitgeber sind wahrscheinlich längst da. Vielleicht stehen sie nur noch auf keiner Karriereseite.
Bevor in Ihrer nächsten Stellenanzeige also wieder vom „tollen Team“ und den „flachen Hierarchien“ die Rede ist, lohnt sich vielleicht ein Gespräch darüber, was Ihre Mitarbeiter stattdessen erzählen würden. Wenn Sie möchten, lernen wir uns in einem rund 20-minütigen, kostenfreien und unverbindlichen Gespräch kennen.
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